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Wie sollte ich mein Kind  - und auch mich selbst  -  auf den Testtermin vorbereiten?

Wenn Sie es eben einrichten können, kommen Sie zu zweit. Vater und Mutter sehen ihr Kind anders und „hören auf anderen Ohren“. Und Sie vermeiden die Schwierigkeit, dem daheimgebliebenen Elternteil die Ergebnisbesprechung wie­dergeben zu müssen.

Erklären Sie Ihrem Kind den Zweck des Testtermins: „Wir fahren zu jemandem, der herausfindet, was du so alles drauf hast“; „der uns hilft, die richtige Schule für dich zu finden“; „der uns erklärt, warum du so oft vor der Schule Bauch­schmerzen hast“. Bleiben Sie ganz dicht bei der Wahrheit. Ihr Kind spürt, wenn Sie flunkern.

Erklären Sie Ihrem Kind im Groben, wie der Testtermin  ab­laufen wird. Vermeiden Sie den Begriff „Hochbegabung“ oder „Intelligenztest“. Ein Frage-und-Antwort-Spiel, ein Quiz mit Knobelaufgaben hört sich sowieso spannender an. Bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, dass es eine zeitlang mit jemandem, der ihm fremd ist, alleine sein wird und dass es während der Nach­besprechung eine Wartezeit hat.

Wenn Sie  - speziell bei einem kleineren Kind – davon ausge­hen, dass Ihr Kind nach dem Test nicht alleine warten mag, bitten Sie jemanden (den Opa, eine Freundin), mitzukommen.

Vorab Testaufgaben zu pauken, macht keinen Sinn.

Vereinbaren Sie den Testtermin passend zu Ihrem Fami­lienzeitplan, damit Ihr Kind normal in den Tag gehen kann, damit Sie gut Hin- und Rückfahrt organisieren können...

Kalkulieren Sie einen Zeitbedarf vor Ort von 2-3 Stunden. Planen Sie Luft nach hinten ein, damit Sie bei der Nachbe­sprechung nicht unter Zeitnot geraten. Denn dazu ist die Zukunft Ihres Kindes zu wichtig.

Was halten Sie davon, den Testtermin in einen Familien­ausflug einzubinden und nach dem Test z.B. das Berg­bau- oder Eisenbahnmuseum oder den Tierpark in Bochum zu besuchen?

Denken Sie nicht nur an einen Talisman oder das die Warte­zeit verkürzende Lieblingsspielzeug, sondern auch an einen Imbiss und Getränke.

Fahren Sie ohne Hektik los und seien so rechtzeitig da, damit Sie und vor allem Ihr Kind in Ruhe „ankommen“ und begrüßt werden können.

Keine Panik: Wir können damit umgehen, dass Sie nervös sind und dass Ihr Kind ängstlich, schüchtern, aufgedreht oder was auch immer ist.

Klären Sie mit Ihrem Kind ab, ob Sie während der eigent­lichen Testzeit die Räumlichkeiten verlassen dürfen. Bitte rechtzeitig wieder zurück sein, Ihr Kind soll schließlich keine Verlassensängste entwickeln.

Rechnen Sie mit jedweder Reaktion Ihres Kindes nach dem Test: traurig-weinend, weil es meint, viele Fragen nicht gewusst zu haben, bis hellauf begeistert, weil es so toll war.

Lassen Sie sich das zahlenmäßige Testergebnis gründlich erklären, ebenso das ermittelte Profil. Fragen Sie nach. Dumme Fragen gibt es nicht und schließlich sind Sie kein Testspezialist. Sie sollten eine klare Auskunft über den kognitiven Entwicklungsstand, über die Stärken und Schwächen Ihres Kindes mit nach Hause nehmen.

Fragen Sie abseits der Zahlen auch nach Besonderheiten Ihres Kindes, nach Auffälligkeiten. Wir haben gerade intensiv mit Ihrem Kind gearbeitet, was ist uns aufgefallen? Machen Sie sich evtl. Notizen, vor allem dann, wenn Sie Ihrem Partner zuhause berichten müssen.

Falls Sie von dem Ergebnis überrascht, überwältigt und er­schla­gen sein sollten, sind Sie nicht mehr konzentriert und aufnahmefähig. Sagen Sie das ganz offen. Wir vereinbaren gerne einen späteren Gesprächs­termin. Und falls Sie eine weite Anreise haben: Vieles lässt sich im Nachgang auch telefonisch besprechen.

Geben Sie Ihrem Kind Gelegenheit, sich zu verabschieden. Möglicherweise hat es sich sehr wohl und richtig verstanden gefühlt. Das sollte in guter Erinnerung bleiben.