Beratrain Beratung und Training

Welcher Intelligenztest sollte ausgewählt werden?

Für die Diagnose von Intelligenz bzw. Hochbegabung stehen viele Intelligenztest­s zur Verfügung: Power- und Speed-Tests, sprachfreie und sprachgebundene, ein- und mehrdimensionale, usw.
 
In der Regel geht es ja nicht darum, „irgendwie“ eine Zahl, sprich IQ, zu ermitteln und fertig. Sondern es geht darum, eine faire, objektive und zuverlässige Basis für Beratung, Förderung und Problemlösung zu erhalten.

Unter dieser Voraussetzung muss ein Intelligenztest fol­gende Anfor­derungen erfüllen:

  1. Der Intelligenztest erlaubt eine mög­lichst  breite Erfassung des allgemeinen Begabungspotenzials. Er beschränkt sich nicht nur auf einen einzigen Begabungsfaktor wie z. B. mathe­matisch- analytisches Denken.
  2. Der Intelligenztest ermittelt nicht nur einen einzigen Durch­schnittswert, sondern erlaubt eine Profilauswertung. Er macht Aussagen über die individuelle Be­ga­bungs­struk­tur des jeweiligen Kindes.
  3. Die Testaufgaben sind schwer genug, damit im oberen Bega­bungsbereich differenzierte Ergebnisse erzielt werden. Oder anders herum: Der Test  ist nicht speziell auf Minderbegabung oder Lernbehinderung zugeschnitten.
  4. Der Intelligenztest wird nicht als Gruppenverfahren, sondern als Einzeltest durchgeführt, in Form eines standardisierten Gesprächs zwischen Testdurchführer und Kind. Nur in dieser Form hat das Kind seine Zeit für die Antworten, können „abwegige“ Antworten des Kindes hinterfragt und das Verhalten des Kindes beobachtet werden.  
  5. Der Intelligenztest erfüllt die Anforderungen der DIN-Norm 33430 auch bzgl. Aktualität. Der Test ist also in seiner Aufgabenstruktur und seinen  Vergleichsnormen nicht hoffnungslos überaltert.
  6. Im Sinne der Kundenorientierung sollten die Ergebnisse so aufbereitet/dargestellt sein, dass sie für die Betroffenen einsichtig und nachvollziehbar sind.
  7. Die Testbatterie erlaubt individuelle Schwerpunktsetzungen. D.h., je nach Fragestellung können Ergänzungstests eingesetzt werden (wie z.B. bei AD(H)S-Verdacht oder bei Problemen im Sozialverhalten oder bei vermuteten Wahrnehmungsschwierigkeiten oder bei Dyskalkulie-Verdacht).
 
Nach diesen Kriterien bleiben nur noch wenige Testverfahren übrig, die zur Hochbegabungsdiagnostik zu empfehlen sind.